
Kauen und Dinge zerbeißen ist für Hunde ganz normales Verhalten. So erkunden sie ihre Umgebung, bauen Stress ab, beschäftigen sich selbst und bewältigen den Zahnwechsel. Oft steckt hinter dem Problem keine „Unart“, sondern einfach der Mangel an passenden, sicheren Dingen zum Kauen.
Warum Hunde Dinge anknabbern
Es gibt nicht nur einen Grund. Die häufigsten sind:
1. Zahnwechsel
Während des Zahnwechsels sind das Zahnfleisch empfindlich und kann jucken. Der Drang zu kauen nimmt deutlich zu.
Was hilft:
- sichere Kauartikel
- spezielle Beiß- oder Zahnungsspielzeuge
Tipp: Wechsle die Spielzeuge regelmäßig, damit dein Hund interessiert bleibt.
2. Langeweile und zu wenig Auslastung
Wenn ein Hund nichts zu tun hat, sucht er sich selbst Beschäftigung – oft an Möbeln, Schuhen, Fernbedienungen oder Kartons.
Frag dich ehrlich:
- Bekommt mein Hund genug Bewegung?
- Gibt es regelmäßige Spiel- oder Trainingseinheiten?
Wenn nicht, solltest du seinen Alltag abwechslungsreicher gestalten.
3. Stress oder Angst
Viele Hunde kauen, um Stress abzubauen – etwa wenn sie allein sind, bei Veränderungen, Lärm oder einem unruhigen Tagesablauf.
Wichtig ist:
- die Ursache des Stresses zu erkennen
- für einen stabilen, vorhersehbaren Alltag zu sorgen
- bei starker Angst einen Profi hinzuzuziehen
Was du dagegen tun kannst
1. Versuchung reduzieren
Das ist der schnellste Weg, Schäden zu vermeiden.
Räume weg:
- Schuhe (z. B. in einen geschlossenen Schrank)
- Kabel (mit Kabelorganisatoren sichern)
- Fernbedienungen (außer Reichweite legen)
- Kinderspielzeug (in Boxen verstauen)
- Bücher (höher lagern oder in Schränken aufbewahren)
- Kleidung (im Kleiderschrank verstauen)
2. Alternativen anbieten
Dein Hund braucht Dinge, auf denen er kauen darf.
Geeignet sind:
- sichere Kauartikel
- robuste Spielzeuge
- Futterspielzeuge oder Denkspiele
3. Richtiges Verhalten belohnen
Nimmt dein Hund sein eigenes Spielzeug, lobe ihn sofort, gib ihm ein Leckerli oder spiele kurz mit ihm.
4. Mehr Bewegung und Auslastung
Nach einem guten Spaziergang, Training oder aktiver Beschäftigung lässt der Drang, Dinge zu zerstören, meist deutlich nach.
5. Nicht im Nachhinein bestrafen
Findest du etwas erst später zerstört vor, bringt Strafen nichts. Dein Hund kann das Verhalten nicht mehr damit verknüpfen und versteht nicht, wofür er geschimpft wird.
Wann du dir Hilfe holen solltest
Wende dich an einen Tierarzt oder Verhaltensexperten, wenn dein Hund:
- ständig und zwanghaft Dinge anknabbert
- sich dabei an Zähnen oder Zahnfleisch verletzt
- nicht essbare Gegenstände frisst
- aus Panik alles zerstört, wenn er allein bleibt
Kauen ist kein „Racheverhalten“, sondern ein Signal dafür, dass deinem Hund etwas fehlt. Wenn du die Ursache erkennst und passende Alternativen anbietest, wird das Problem in der Regel deutlich seltener.

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