Kategorie: Haustieralltag

  • Warum deine Katze nachts durch die Wohnung rennt

    Warum deine Katze nachts durch die Wohnung rennt

    Gerade eben lag deine Katze noch friedlich auf dem Sofa. Und plötzlich: ein Blitzstart, eine scharfe Kurve, ein Sprung durch den Flur und ein Sprint quer durch die Wohnung. Das sind die sogenannten Zoomies – ein plötzlicher Energieschub, den fast alle Katzenhalter kennen.

    Das wirkt vielleicht seltsam, sieht lustig aus und kann manchmal nerven, ist aber in den meisten Fällen völlig normales Katzenverhalten.

    Warum Katzen plötzlich lossprinten

    1. Aufgestaute Energie

    Katzen schlafen viel, aber sie brauchen trotzdem Bewegung. Nach einer langen Ruhephase muss überschüssige Energie manchmal einfach raus.

    2. Jagdinstinkt

    Auch wenn es zu Hause nur Hausschuhe und eine Decke gibt: Die Instinkte bleiben. Lauern, losspringen und verfolgen gehört zur Natur deiner kleinen Jägerin oder deines kleinen Jägers.

    3. Biorhythmus

    Viele Katzen sind morgens früh und abends besonders aktiv. Deshalb gehören nächtliche Rennrunden für viele zum Alltag.

    4. Nach dem Toilettengang

    Manche Katzen legen nach dem Klogang einen Sprint hin. Dazu gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass das Gefühl der Erleichterung bestimmte Nerven stimulieren könnte.

    Was du tun kannst

    Meist besteht kein Grund zur Sorge, wenn deine Katze:

    • mit Freude und nicht aus Angst rennt
    • danach entspannt ruht
    • gut frisst
    • spielt
    • sich frei und ohne Schmerzen bewegt

    So kannst du die Energie etwas umlenken:

    1. Spiele mit deiner Katze

    10–15 Minuten aktives Spielen tagsüber und am Abend können die nächtliche Aktivität reduzieren.

    2. Sorge für Abwechslung

    Tunnel, Kratzbäume, Kletterflächen und Spielmäuse helfen dabei, Energie auch zu anderen Zeiten loszuwerden.

    3. Nicht schimpfen

    Deine Katze handelt nicht aus Trotz. Das ist normales Verhalten.

    4. Tagesablauf anpassen

    Oft hilft es, abends zu spielen und danach zu füttern. Das entspricht dem natürlichen Ablauf: jagen, fressen, ruhen.

    Wann du aufmerksam werden solltest

    Wenn zusätzlich Angst, Aggression, schmerzhaftes Miauen, Juckreiz, Lahmheit oder andere auffällige Symptome auftreten, solltest du das mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprechen.

    Nächtliche Rennrunden sind weder eine Macke noch ein schlechter Charakterzug. Deine Katze folgt einfach ihren Instinkten und probt die Rolle eines großen Raubtiers. Ja, manchmal laut und mit fliegenden Gegenständen – aber eben ganz katzentypisch!

  • Du hast ein Kätzchen draußen gefunden: Was jetzt wichtig ist

    Du hast ein Kätzchen draußen gefunden: Was jetzt wichtig ist

    Du hast ein Kätzchen draußen gefunden und möchtest es mit nach Hause nehmen? Die ersten Stunden können schnell überfordernd wirken. Wie bringst du das Kleine sicher nach Hause, was soll es fressen, wo soll es unterkommen und was ist als Nächstes zu tun? Hier findest du einen klaren Leitfaden für die ersten gemeinsamen Tage.

    Prüfe zuerst, ob das Kätzchen wirklich Hilfe braucht

    Ein Kätzchen allein bedeutet nicht automatisch, dass es ausgesetzt wurde. Die Mutterkatze kann sich noch in der Nähe befinden. Wichtig zu wissen: Sehr junge Kätzchen, die ihre Augen noch nicht geöffnet haben, brauchen eine säugende Katze oder müssen mit spezieller Aufzuchtmilch nach einem festen Zeitplan gefüttert werden. Das ist ein eigenes Thema. Dieser Artikel richtet sich an Kätzchen, die bereits selbstständig fressen können – meist ab etwa drei Wochen, besser ab vier Wochen.

    Wenn das Kätzchen an einer Straße sitzt, schwach wirkt, schmutzig ist, stark abgemagert aussieht oder offenbar schon länger allein unterwegs ist, solltest du möglichst schnell helfen.

    Bring das Kätzchen sicher nach Hause

    Nutze eine Transportbox, einen Karton mit Luftlöchern oder einen Behälter mit einer weichen Decke oder einem Handtuch. Wichtig ist, dass das Kätzchen nicht herausspringen kann und sich während des Transports geschützt fühlt.

    Trage es draußen oder im Auto nicht einfach auf dem Arm. Wenn möglich, nutze zunächst ein Handtuch, eine Decke, Handschuhe oder eine Transportbox und vermeide unnötigen direkten Kontakt bis zur ersten tierärztlichen Untersuchung.

    Die ersten Schritte zu Hause

    1. Ein ruhiger eigener Bereich

    Richte einen kleinen, ruhigen Bereich ein: ein separates Zimmer, eine stille Ecke oder einen großen Käfig beziehungsweise Laufstall. In den ersten Tagen fällt die Eingewöhnung in einem geschützten, begrenzten Bereich oft leichter als sofort in der ganzen Wohnung.

    2. Wärme und Ruhe

    Auch ein etwas älteres Kätzchen kann nach dem Leben draußen verängstigt und durchgefroren sein. Gib ihm die Möglichkeit, sich zu verstecken, warm zu werden und erst einmal zur Ruhe zu kommen.

    3. Wasser und Futter

    Stelle frisches Wasser bereit und biete altersgerechtes Kittenfutter an. Starte mit kleinen Portionen. Aus Mitleid sollte man nicht sofort zu viel füttern.

    4. Katzentoilette

    Stelle eine gut erreichbare Katzentoilette mit Streu in die Nähe des Ruheplatzes, aber nicht direkt neben Futter- und Wassernäpfen.

    Schau dir gern auch unseren Ratgeber Ein Kätzchen zu Hause: Was du brauchst und wie du dich vorbereitest an. Dort findest du wichtige Anschaffungen und praktische Tipps für einen entspannten Start.

    Was in den nächsten Tagen wichtig ist

    1. Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren

    Ein Gesundheitscheck sollte zu den ersten Prioritäten gehören. Dabei werden Allgemeinzustand, Augen, Haut, Bauch, mögliche Parasiten, das ungefähre Alter und der Gesundheitsstatus überprüft.

    2. Parasiten behandeln

    Geeignete Mittel sollten immer passend zu Alter und Gewicht des Kätzchens ausgewählt werden.

    3. Impfungen planen

    Die Tierärztin oder der Tierarzt erklärt dir, wann der richtige Zeitpunkt für die ersten Impfungen ist.

    Andere Tiere zunächst trennen

    Wenn bereits eine Katze oder ein Hund bei dir lebt, solltest du sie nicht sofort zusammenführen. Halte das neue Kätzchen in den ersten zwei Wochen in einem separaten Raum.

    So hilfst du bei der Eingewöhnung

    • halte die Umgebung ruhig
    • dränge keinen Kontakt auf
    • gib Zeit zum Ankommen
    • spiele sanft und nur kurz
    • sorge für einen ruhigen Tagesablauf
    • sprich mit leiser Stimme

    Manche Kätzchen kommen sofort auf den Arm. Andere brauchen ein paar Tage.

    Das solltest du zuerst besorgen

    • Näpfe für Wasser und Futter
    • Kittenfutter
    • Katzentoilette und Streu
    • Bettchen oder Decke
    • Spielzeug
    • Transportbox

    Wenn du dich entschieden hast, ein gefundenes Kätzchen aufzunehmen, zählen in den ersten Tagen vor allem Sicherheit, Ruhe, grundlegende Versorgung und ein Besuch in der Tierarztpraxis. Mach dir keine Sorgen, wenn nicht sofort alles perfekt läuft. Für so ein kleines Tier können schon einfache Fürsorge, Sicherheit und ein ruhiges Zuhause das Leben zum Besseren verändern.

  • Wie man eine Katze sicher nach draußen begleitet

    Wie man eine Katze sicher nach draußen begleitet

    Spaziergänge sind nicht für jede Katze geeignet. Für manche Tiere können sie aber eine schöne Möglichkeit sein, sich zu bewegen, Neues zu entdecken und frische Eindrücke zu sammeln. Wichtig ist, die Katze nicht spontan nach draußen zu tragen.

    Brauchen alle Katzen Spaziergänge?

    Nein. Viele Wohnungskatzen sind vollkommen zufrieden, wenn sie zu Hause spielen können, Kratzmöglichkeiten haben, klettern dürfen und genug Aufmerksamkeit bekommen. Spaziergänge sind kein Muss, sondern nur eine zusätzliche Option.

    Am besten passen sie zu neugierigen und selbstsicheren Katzen.

    Nicht empfohlen sind Spaziergänge für:

    • Kätzchen unter sechs Monaten
    • ungeimpfte Katzen
    • Katzen nach einer Krankheit oder Operation
    • sehr ängstliche Katzen
    • ältere Katzen, die sich draußen eindeutig unwohl fühlen

    Warum Freigang ohne Aufsicht riskant ist

    Wir raten klar davon ab, eine Wohnungskatze unbeaufsichtigt allein nach draußen zu lassen. Freigang birgt viele Risiken: Verletzungen, Vergiftungen, Kämpfe mit anderen Tieren, Infektionen, Verkehrsunfälle oder das Verlieren der Katze. Selbst ein ruhiger Innenhof bietet keine vollständige Sicherheit.

    Wenn deine Katze Interesse an draußen zeigt, ist ein begleiteter Spaziergang mit Geschirr die sichere Alternative.

    Was vor dem ersten Ausflug wichtig ist

    1. Impfungen und Parasitenschutz

    Bevor es nach draußen geht, sollten alle wichtigen Impfungen aktuell sein. Auch regelmäßiger Schutz vor Flöhen, Zecken und anderen Parasiten ist wichtig.

    Selbst ein kurzer Ausflug bedeutet Kontakt mit der Außenwelt – deshalb ist Vorsorge entscheidend.

    2. Das passende Geschirr wählen

    Für Spaziergänge solltest du ein Geschirr statt eines Halsbands verwenden. Ein Geschirr verteilt den Druck besser und verringert das Verletzungsrisiko.

    Es sollte sicher sitzen, ohne einzuengen.

    3. Erst zu Hause üben

    Lass deine Katze das Geschirr zuerst drinnen kennenlernen. Sie sollte daran schnuppern, es anschauen und es zunächst nur wenige Minuten tragen.

    Wenn sie entspannt bleibt, kannst du nach und nach die Leine dazunehmen.

    Ruhige Orte wählen

    Geeignet sind ruhige Bereiche ohne Hunde, Autos und Menschenmengen. Ein stiller Hof, ein geschützter Bereich oder ein ruhiger Park mit Bäumen sind gute Optionen.

    Wann du lieber nicht rausgehst

    Verschiebe den Spaziergang in diesen Fällen:

    • schlechtes Wetter: Kälte, Hitze, Regen oder starker Wind
    • laute Zeiten oder volle Orte
    • wenn deine Katze nervös ist oder sich nicht wohlfühlt

    Kälte kann besonders für kurzhaarige Katzen, Kätzchen und Tiere ohne dichte Unterwolle problematisch sein.

    Wie ein Spaziergang mit Katze aussieht

    Eine Katze spaziert nicht wie ein Hund neben dir her. Sie bestimmt ihr eigenes Tempo, bleibt stehen, schnuppert, beobachtet und entscheidet selbst, wohin es als Nächstes geht.

    Deine Aufgabe ist es, sie zu begleiten und auf ihre Sicherheit zu achten.

    Je nach Stimmung kann ein Spaziergang fünf Minuten dauern oder dreißig. Beides ist völlig normal.

    Wichtige Punkte

    • ziehe nicht an der Leine, um die Richtung zu bestimmen
    • gehe nicht auf fremde Tiere zu
    • nimm das Geschirr draußen nicht ab
    • achte aufmerksam auf Stimmung und körperlichen Zustand deiner Katze

    Wann es besser ist zu warten

    Mach lieber eine Pause mit Spaziergängen, wenn deine Katze große Angst hat, sich versteckt, lange gestresst bleibt oder sich nach jedem Ausflug nur schwer erholt. In diesem Fall ist das Zuhause eindeutig die bessere Umgebung.

    Mit einer Katze nach draußen zu gehen ist möglich – aber nur, wenn sie es wirklich mag. Der beste Spaziergang ist der, nach dem deine Katze ruhig, entspannt und zufrieden bleibt.

  • Warum dein Hund alles anknabbert – und was du dagegen tun kannst

    Warum dein Hund alles anknabbert – und was du dagegen tun kannst

    Kauen und Dinge zerbeißen ist für Hunde ganz normales Verhalten. So erkunden sie ihre Umgebung, bauen Stress ab, beschäftigen sich selbst und bewältigen den Zahnwechsel. Oft steckt hinter dem Problem keine „Unart“, sondern einfach der Mangel an passenden, sicheren Dingen zum Kauen.

    Warum Hunde Dinge anknabbern

    Es gibt nicht nur einen Grund. Die häufigsten sind:

    1. Zahnwechsel

    Während des Zahnwechsels sind das Zahnfleisch empfindlich und kann jucken. Der Drang zu kauen nimmt deutlich zu.

    Was hilft:

    • sichere Kauartikel
    • spezielle Beiß- oder Zahnungsspielzeuge

    Tipp: Wechsle die Spielzeuge regelmäßig, damit dein Hund interessiert bleibt.

    2. Langeweile und zu wenig Auslastung

    Wenn ein Hund nichts zu tun hat, sucht er sich selbst Beschäftigung – oft an Möbeln, Schuhen, Fernbedienungen oder Kartons.

    Frag dich ehrlich:

    • Bekommt mein Hund genug Bewegung?
    • Gibt es regelmäßige Spiel- oder Trainingseinheiten?

    Wenn nicht, solltest du seinen Alltag abwechslungsreicher gestalten.

    3. Stress oder Angst

    Viele Hunde kauen, um Stress abzubauen – etwa wenn sie allein sind, bei Veränderungen, Lärm oder einem unruhigen Tagesablauf.

    Wichtig ist:

    • die Ursache des Stresses zu erkennen
    • für einen stabilen, vorhersehbaren Alltag zu sorgen
    • bei starker Angst einen Profi hinzuzuziehen

    Was du dagegen tun kannst

    1. Versuchung reduzieren

    Das ist der schnellste Weg, Schäden zu vermeiden.

    Räume weg:

    • Schuhe (z. B. in einen geschlossenen Schrank)
    • Kabel (mit Kabelorganisatoren sichern)
    • Fernbedienungen (außer Reichweite legen)
    • Kinderspielzeug (in Boxen verstauen)
    • Bücher (höher lagern oder in Schränken aufbewahren)
    • Kleidung (im Kleiderschrank verstauen)

    2. Alternativen anbieten

    Dein Hund braucht Dinge, auf denen er kauen darf.

    Geeignet sind:

    • sichere Kauartikel
    • robuste Spielzeuge
    • Futterspielzeuge oder Denkspiele

    3. Richtiges Verhalten belohnen

    Nimmt dein Hund sein eigenes Spielzeug, lobe ihn sofort, gib ihm ein Leckerli oder spiele kurz mit ihm.

    4. Mehr Bewegung und Auslastung

    Nach einem guten Spaziergang, Training oder aktiver Beschäftigung lässt der Drang, Dinge zu zerstören, meist deutlich nach.

    5. Nicht im Nachhinein bestrafen

    Findest du etwas erst später zerstört vor, bringt Strafen nichts. Dein Hund kann das Verhalten nicht mehr damit verknüpfen und versteht nicht, wofür er geschimpft wird.

    Wann du dir Hilfe holen solltest

    Wende dich an einen Tierarzt oder Verhaltensexperten, wenn dein Hund:

    • ständig und zwanghaft Dinge anknabbert
    • sich dabei an Zähnen oder Zahnfleisch verletzt
    • nicht essbare Gegenstände frisst
    • aus Panik alles zerstört, wenn er allein bleibt

    Kauen ist kein „Racheverhalten“, sondern ein Signal dafür, dass deinem Hund etwas fehlt. Wenn du die Ursache erkennst und passende Alternativen anbietest, wird das Problem in der Regel deutlich seltener.